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Riester-Rente: Lohnt sich ein Anbieterwechsel?

Riester-Kunden, die mit dem gewählten Veranlagungsprodukt unzufrieden sind, können den Riester-Anbieter wechseln. Es empfiehlt sich, Vor- und Nachteile eines Riester-Wechsels genau abzuwägen.

Kann ich den Riester-Anbieter wechseln?
Ein Wechsel des Riester-Anbieters ist problemlos möglich. Es wird ein neuer Vertrag abgeschlossen, der bestehende Vertrag gekündigt, und das Guthaben prämienunschädlich auf den neuen Vertrag übertragen. Als Alternative besteht auch die Möglichkeit, einen neuen Vertrag abzuschließen und den alten Vertrag beitragsfrei zu stellen oder die Vorsorgebeiträge auf zwei Verträge aufzuteilen. Der Vorteil der Beitragsfreistellung ohne Übertragung des Kapitals liegt insbesondere darin, dass der Alt-Anbieter Ihnen zum Vertragsablauf die eingezahlten Beiträge garantieren muss, trotz dass gerade in den ersten Jahren relativ hohe Abschlusskosten angefallen sind.

Wie wechsle ich den Riester-Anbieter?
Wählen Sie zunächst bei einem neuen Anbieter das für Sie passende Produkt und informieren Sie ihn, dass das Guthaben aus dem alten Vertrag auf den neuen Vertrag übertragen werden soll. Erkundigen Sie sich auch, ob der neue Vertragspartner die Übertragung des Guthabens von ihrem alten Vertrag akzeptiert. Kündigen Sie dann den alten Vertrag. In den Vertragsbedingungen Ihres bisherigen Riester-Partners ist geregelt, zu welchem Zeitpunkt Sie den Vertrag kündigen können. Die Kündigungsfrist beträgt im Regelfall drei Monate, Ibausteine altersvorsorgehr Vertragspartner erteilt Ihnen dazu gerne Auskunft. Vorsicht: Sie müssen im Kündigungsschreiben an den bisherigen Riester-Partner auf jeden Fall vermerken, dass das Guthaben nicht an Sie ausbezahlt, sondern prämienunschädlich zu Ihrem neuen Anbieter übertragen werden soll. Der neue Anbieter übernimmt die Abwicklung der Übertragung des Guthabens vom alten Anbieter auf den neuen Riester-Vertrag.

Welche Vorteile habe ich durch einen Wechsel des Riester-Anbieters?
Für eine Riester-Veranlagung  können unterschiedliche Produkte gewählt werden. Vor allem klassische Riester-Rentenversicherungen und fondsgebundene Riester-Rentenversicherungen sind auf dem Markt sehr präsent. Es gilt bei allen Produkten die Kapitalgarantie: Der einbezahlte Betrag und die staatlichen Zulagen müssen in der Rentenphase jedenfalls zur Verfügung stehen.Der Ertrag bei der klassischen Variante ergibt sich zusätzlich zu den staatlichen Zulagen aus dem Garantiezins und einer Überschussbeteiligung, die die Versicherung aus der Anlage des Kapitals erwirtschaftet.Bei Riester-Fondspolicen wird ein Teil der Beiträge in Fonds veranlagt und soll dadurch höhere Erträge ermöglichen. Versicherungen bieten Fondspolicen mit freier Fondsauswahl und vorgegebenen Fonds an. Einen Garantiezins gibt es im Gegensatz zu klassischen Riester-Rentenversicherungen in der Regel nicht, Einzahlungen und staatliche Zulagen sind aber auch bei diesen Produkten garantiert. Riester-Fondspolicen bieten sich daher als längerfristige Option für Kunden an, die trotz höherer Renditeaussichten nicht auf eine Kapitalgarantie verzichten möchten.Die Versicherer unterscheiden sich in der Höhe der verrechneten Abschluss- und Verwaltungskosten. Gute Versicherer verrechnen niedrigere Kosten und können ihren Kunden aus diesem Grund höhere Mindestrenten garantieren. Die Tarife variieren auch hinsichtlich der Flexibilität bei den Beitragszahlungen. Ein Wechsel von einem ungünstigen Vertrag zu einem besseren Vertrag kann am Ende der Laufzeit eine höhere Rente zur Folge haben. Eine Änderung der Lebenssituation kann dazu führen, dass das gewählte Produkt nicht mehr der eigenen Leistungsfähigkeit entspricht. Ein Wechsel in einen neuen Vertrag kann Abhilfe schaffen.

Welche Nachteile habe ich durch einen Wechsel des Riester-Anbieters?
Der Wechsel ist mit Kosten verbunden. Die Höhe der Kosten lässt sich den Vertragsbedingungen der Riester-Anbieter entnehmen. Im Regelfall verlangt der bisherige Riester-Vertragspartner eine Wechselgebühr. Es gibt Anbieter, die beim Abschluss eines neuen Vertrages unter bestimmten Voraussetzungen die Wechselgebühr für den Kunden übernehmen. Die Versicherer verrechnen zudem Verwaltungs- und Abschlusskosten, die die Wertentwicklung verringern: Die Abschlusskosten werden verteilt auf die ersten fünf Jahre der Laufzeit des Vertrages verrechnet und von den in dieser Zeit einbezahlten Prämien abgezogen. Die Verwaltungskosten werden jährlich angelastet. Auch dem neuen Anbieter sind für den neuen Vertrag Verwaltungs- und Abschlusskosten zu bezahlen.Riester-Verträge sind Produkte, die als langfristige Anlage kalkuliert sind. Eine auf den ersten Blick nur geringfügig höhere garantierte Rendite kann sich aus diesem Grund am Ende einer Laufzeit von 30 Jahren auf das Kapital und die zu erwartende Rente erheblich auswirken. Ein Vergleich zwischen dem alten Vertrag und dem neuen Angebot bringt Sicherheit und unter Umständen kann ein Wechsel trotz der genannten Nachteile sinnvoll sein.Nicht immer ist es von Vorteil, das beim alten Anbieter bereits bestehende Guthaben prämienunschädlich auf den neuen Anbieter zu übertragen. Es kann sich auch lohnen, den alten Vertrag beitragsfrei stellen zu lassen und beim neuen Anbieter einen neuen Vertrag abzuschließen. Das Guthaben beim alten Anbieter wird weiter verzinst, die Zulagen fließen in den neuen Riester-Vertrag. Eine Aufteilung der Vorsorgebeiträge auf höchstens zwei Verträge ist ebenfalls problemlos möglich. Die Zulagen werden bei dieser Variante aufgeteilt und auf beide Verträge einbezahlt.

Fazit:
Treffen Sie keine vorschnellen Entscheidungen. Sollten jedoch nach eingehender und objektiver Prüfung gemeinsam mit einem Experten zum Thema Altersvorsorge die Vorteile überwiegen, so kann ein Riester-Anbieterwechsel durchgeführt werden. Wie mit dem alten Riester-Vertrag umgegangen wird, sollte im Einzelfall entschieden werden.

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