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Was ist die Beihilfe für Beamte?

Die Beihilfeversicherung für Beamte deckt die Restkosten im Krankheitsfall. Dieser Artikel zeigt, was Beihilfe ist und welche Vorteile sie bei der PKV bietet.

Was ist Beihilfe genau und wer ist beihilfeberechtigt?

Beamte genießen nach deutschem Recht die Fürsorgepflicht ihres Dienstherrn. Das bedeutet: Der Dienstherr ist dazu verpflichtet, seinen Beamten im Krankheitsfall einen Zuschuss zu bezahlen und prozentual für einen Teil der anfallenden Kosten aufzukommen. Dazu gehören jegliche Gesundheitsleistungen wie Behandlungen, Medikamente oder Krankenhausaufenthalte.

Wer beihilfeberechtigt ist und in welcher Höhe Beamte Zuschüsse erhalten, ist innerhalb der Bundesbeihilfeverordnung geregelt. Die gesetzlichen Regelungen können hier über das Bundeszentralamt eingesehen werden.

Die Höhe der Beihilfe variiert abhängig vom Beamtenstatus und der familiären Situation. Beamte mit Kindern erhalten mehr Zuschüsse als ledige Staatsdiener. Hinzu kommt, dass jedes Bundesland eigene Beihilferegelungen aufstellt. Dadurch kann es unter Beamten bei gleichen Bedingungen zu Abweichungen aufgrund des Tätigkeitsortes kommen.

Wer ist beihilfeberechtigt?

Beihilfeberechtigt sind die folgenden Personengruppen:

  • Beamte, sowie Beamtenanwärter und Referendare
  • Richter und Berufssoldaten
  • Beamte, Richter und Berufssoldaten mit Ruhegehaltsbezug
  • Hinterbliebene Ehegatten und Partner aus einer Eingetragenen Lebenspartnerschaft eines Beihilfeberechtigten
  • Waisen eines Beihilfeberechtigten

Darüber hinaus können auch Angestellte von Gemeinden oder des Bundes beihilfeberechtigt sein. Genaue Informationen werden von den jeweiligen Kommunen bereitgestellt.

Berücksichtigungsfähige Angehörige

Beihilfe erhalten auch Angehörige von Beamten. Dazu gehören Ehegatten und eingetragene Lebenspartner, sofern diese eine bestimmte Einkommensgrenze nicht überschreiten. Die Höhe des maximalen Einkommens ist innerhalb der Bundesländer verschieden und beträgt beispielsweise in Nordrhein-Westfalen 18.000 Euro.

  • Berücksichtigungsfähige Angehörige müssen ihr Einkommen jährlich anhand eines Steuerbescheids nachweisen

Beamte erhalten außerdem Beihilfe für ihre Kinder. Voraussetzung hierfür ist, dass sie Kindergeld für den Nachwuchs beziehen. Die Kindergeldberechtigung erlischt, wenn das Kind eine Ausbildung abgeschlossen hat und in das Berufsleben einsteigt oder das 25. Lebensjahr erreicht.

Bemessungsgrenze: Die Höhe der Beihilfe

Da sich die Höhe der Beihilfeleistung innerhalb der Länder unterscheidet, lässt sich keine pauschal geltende Aussage über den Bemessungssatz treffen. Grundsätzlich jedoch erhalten Beamte ohne oder mit einem Kind mindestens 50 Prozent Beihilfe. In Nordrhein-Westfalen erhöht sich der Bemessungssatz auf 70 Prozent bei zwei oder mehreren Kindern. Versorgungsempfänger, beispielsweise Ruhestandbeamte, erhalten ebenfalls 70 Prozent Beihilfe in NRW.

Haben Sie Fragen zur Beihilfe?

Feste Bemessungsgrenzen gelten für beihilfeberechtigte Angehörige:

  • Berücksichtigungsfähige Ehegatten und eingetragene Lebenspartner: 70 Prozent
  • Berücksichtigungsfähige Kinder und Waisen: 80 Prozent

Freie Heilfürsorge für bestimmte Personengruppen

Besonders risikoreiche Berufsgruppen wie Soldaten der Bundeswehr, Feuerwehrmänner oder Polizisten haben grundsätzlich Anspruch auf freie Heilfürsorge. Für diese Personen übernimmt der Dienstherr die volle Fürsorgepflicht. Bei Personen mit freier Heilfürsorge trägt der Staat also im Krankheitsfall 100 Prozent der anfallenden Kosten.

  • Hinweis: Die freie Heilfürsorge gilt nur für die jeweilige Person. Angehörige sind nach den gesetzlichen Regelungen beihilfeberechtigt und erhalten die Kostenerstattung im Rahmen der jeweils geltenden Bemessungssätze. Zudem endet der Anspruch auf die freie Heilfürsorge mit Eintritt in den Ruhestand, woraufhin der Dienstherr nur noch zur Beihilfe verpflichtet ist.

Welche Besonderheiten ergeben sich durch die Beihilfe?

Eine wesentliche Besonderheit für Beihilfeberechtigte ist, dass sie unabhängig von der Höhe ihres Einkommens von der Versicherungspflicht der gesetzlichen Krankenversicherung befreit sind. Sie können freiwillig gesetzlich versichert bleiben oder sich privat absichern. In der Regel ist die private Krankenversicherung bei Beihilfe die erste Wahl, da diese einen besseren Versicherungsschutz und günstigere Beiträge bietet als die GKV.

Im Krankheitsfall übernimmt der Dienstherr einen Teil der Krankheitskosten. Daraus resultiert auch, dass Beamte und beihilfeberechtigte Angehörige einen Teil ihrer Krankheitskosten selbst bezahlen müssten. Seite 2009 sind daher alle beihilfeberechtigten Personen verpflichtet, eine ergänzende Krankenversicherung abzuschließen. Hier kommt die Beihilfeversicherung für Beamte ins Spiel: Diese übernimmt die Restkosten der Behandlung, die nicht über die Beihilfe abgedeckt sind.

Was ist die Beihilfeversicherung für Beamte?

Die Beihilfeversicherung für Beamte soll Versicherungslücken schließen und die verbleibenden Kosten der Versicherten decken. Aus diesem Grund wird die private Krankenversicherung bei der Beihilfe auch Restkostenversicherung genannt. Ein Beispiel:

Ein alleinstehender Beamter auf Widerruf erhält Beihilfe in Höhe von 50 Prozent. Da er an einer Blinddarmentzündung leidet, wird dieser operativ entfernt. Die Kosten für den Eingriff sowie für medizinischen Bedarf und den Krankenhausaufenthalt betragen 2.300 Euro. Der Dienstherr übernimmt die Hälfte der Krankheitskosten – die restlichen 1.150 Euro muss der Beamte nicht selbst bezahlen, da diese durch seine Beihilfeversicherung abgedeckt sind.

 

Welche Vorteile bietet die Beihilfeversicherung für Beamte?

Grundsätzlich stehen im Mittelpunkt der Beihilfeversicherung für Beamte das Decken der Restkosten und das Schließen von Versicherungslücken. Doch eine private Krankenversicherung bei Beihilfe macht auch aus Kostengründen Sinn:

Arbeitnehmer erhalten von ihrem Arbeitgeber einen Zuschuss zu ihrer Krankenversicherung in Höhe von 50 Prozent des Beitrags. Da Beamte Zuschüsse für die Krankheitskosten erhalten, müssen sie die Beiträge ihrer Krankenversicherung in voller Höhe selbst bezahlen. Allerdings sorgt bei der privaten Krankenversicherung die Beihilfe dafür, dass die Beamten nicht die volle Leistung des Versicherers benötigen. Sie müssen maximal 50 Prozent der Krankheitskosten versichern.

Dementsprechend ist eine Beihilfeversicherung für Beamte deutlich günstiger, als eine private Krankenversicherung für Angestellte. Außerdem lassen sich die Versicherungstarife entsprechend dem Beihilfesatz anpassen, sodass sich der Beitrag nach den tatsächlich anfallenden Restkosten bemisst.

 

  • Hinweis: Die gesetzliche Krankenversicherung hält für alle Mitglieder dieselben Leistungen bereit. Beamte haben nicht wie bei der privaten Krankenversicherung die Möglichkeit, den Leistungsumfang entsprechend der Beihilfe anzupassen. Aus diesem Grund ist die freiwillige Mitgliedschaft bei einer Krankenkasse im Regelfall teurer für Beihilfeberechtigte.

Private Krankenversicherung, Beihilfe, Beihilfeversicherung für Beamte und Bemessungsgrenzen – all diese Themen können vor allem bei Berufseinsteigern für Verwirrung und Unsicherheit sorgen. Dabei ist es äußerst wichtig, im Krankheitsfall optimal abgesichert zu sein. Denn Versicherungslücken können für große finanzielle Schwierigkeiten sorgen, schlimmstenfalls sogar die gesamte Existenz bedrohen.

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Alexander Kuhlen - Versicherungsmakler hat 4,90 von 5 Sternen | 144 Bewertungen auf ProvenExpert.com