Alexander Kuhlen - Was ist die Pflegepflichtversicherung für Beamte und warum sollte man zusätzlich privat vorsorgen?
Von Alexander Kuhlen am 10.11.2022

Was ist die Pflegepflichtversicherung für Beamte und warum sollte man zusätzlich privat vorsorgen?

Die Pflegepflichtversicherung ist für alle Beamten verpflichtend. Je nach Versicherungsstatus unterscheidet sie sich nur dahingehend, ob es sich um eine private oder gesetzliche Pflegeversicherung handelt. Die Leistungen sind unabhängig vom Anbieter identisch, da diese im Sozialgesetzbuch festgeschrieben sind.  Dennoch reichen diese im Leistungsfall häufig nicht aus, um die Kosten der Pflegebedürftigkeit zu decken. Ein entscheidender Grund, weshalb Beamte zusätzlich privat vorsorgen sollten.

Was ist die Pflegepflichtversicherung für Beamte?

Die Pflegepflichtversicherung bietet Beamten eine Basisabsicherung, wenn sie pflegebedürftig sind. Sie leistet, sobald durch einen Arzt ein Pflegegrad festgestellt wurde. Der Leistungsumfang ist von der Pflegebedürftigkeit abhängig: je höher der Pflegegrad, desto höher ist auch die Leistung. Maßgeblich ist außerdem, ob eine stationäre oder ambulante Pflege erfolgt. Denn die Pflegeversicherung erbringt sowohl für die ambulante wie auch für eine stationäre Versorgung eine Leistung.

In der Pflegepflichtversicherung gilt das Prinzip: Pflegeversicherung folgt Krankenversicherung. Im Detail bedeutet dies, dass die Pflegeversicherung im Regelfall bei dem Anbieter besteht, bei dem auch die Krankenversicherung abgeschlossen wurde. Da Beamte aufgrund der Beihilfe von der Versicherungspflicht befreit sind, schließen sie in den meisten Fällen eine private Pflegeversicherung ab. Bleiben sie als freiwillig versichertes Mitglied in der GKV, werden sie in der sozialen Pflegeversicherung der jeweiligen Krankenkasse abgesichert.

Die Pflegeversicherung ist eine Pflichtversicherung. Beamte können sich nicht von der Versicherungspflicht befreien lassen. Ebenso wie bei der Krankenversicherung haben sie lediglich die Wahl zwischen PKV und GKV. Die Pflegeabsicherung folgt stets ihrer Entscheidung, ob sie sich privat oder freiwillig gesetzlich versichern.

Das kostet die Pflegeversicherung für Beamte

Wie viel die Pflegepflichtversicherung für Beamte kostet, hängt davon ab, ob sie gesetzlich oder privat versichert sind. Bei beiden Optionen variieren die Kosten.

Private Pflegepflichtversicherung

  • Beitrag ist abhängig von Eintrittsalter
  • Beamte zahlen maximal 40 Prozent des Höchstbeitrags zur sozialen Pflegeversicherung (2022: 59,02 Euro monatlich)
  • Kinderlose ab 23 Jahren zahlen zusätzlich einen Beitragszuschlag von 0,35 Prozent

Gesetzliche Pflegepflichtversicherung

  • Beitrag ist abhängig von der Höhe des Einkommens
  • Beitragssatz beträgt die Hälfte von 3,05 – also 1,525 Prozent der beitragspflichtigen Einnahmen bis maximal zum Höchstbeitrag (2022: 147,54 Euro monatlich)

Leistungen der Pflegepflichtversicherung

Welche Leistungen die Pflegepflichtversicherung erbringt, hängt von ihrem Pflegegrad (ehemals Pflegestufen) ab. Sie steigen, je höher die Einstufung. Die Pflegeeinstufung erfolgt in den Pflegegraden 1 bis 5. Dabei überprüft ein Gutachter, wie selbstständig die Betroffenen noch sind und wie viel Hilfe und Unterstützung sie im Alltag benötigen. Bei der Begutachtung werden nicht nur Kriterien wie die Mobilität und die Fähigkeit zur Haushaltsführung und Nahrungsmittelzubereitung begutachtet. Sondern auch alltägliches wie das Zubinden von Schuhen und die Körperpflege.

Abhängig vom Pflegegrad erhält der Versicherte dann eine festgelegte Summe monatlich ausbezahlt. Privatversicherte erhalten diese jeweils anteilig zu ihrem versicherten Prozentsatz:

Alexander Kuhlen - Pflegegrade

Stand 11/2022

Bei privat versicherten Beamten erbringt der Dienstherr in der Regel 50 bis 70 Prozent Beihilfe – entsprechend der jeweils gültigen Verordnung. Die restlichen Leistungen werden durch die private Pflegeversicherung in der im Vertrag vereinbarten Höhe erbracht. Dadurch entsprechen die Leistungen der Beihilfe plus die der privaten Pflegepflichtversicherung etwa den Leistungen der sozialen Pflegekassen.

Beihilfeberechtigte sind meist besser gestellt und erhalten höhere Leistungen als Nichtbeihilfeberechtigte. Dennoch bleibt meist eine Versorgungslücke, die mit einer Pflegetagegeldversicherung geschlossen wird.

Wieso ist eine private Pflegezusatzversicherung für Beamte sinnvoll?

Die Kosten für die Pflege steigen weiter an. Insbesondere, wenn eine stationäre Unterbringung notwendig ist. Dazu ermöglichen es die Familienkonstellationen heute kaum noch, Eltern und Großeltern rund um die Uhr zu betreuen. Selbst wenn die Pflege zu Hause erfolgt, ist meist die Unterstützung durch Fachpersonal notwendig. Um die Versorgungslücken zu schließen und die Restkosten abzudecken, ist eine private Pflegezusatzversicherung sinnvoll.

Privatversicherte Beamte erhalten in vielen Bundesländer zwar bessere Leistungen als Nichtbeihilfeberechtigte, dennoch dienen diese als Basisabsicherung. Die tatsächlichen Kosten, die bei einer Pflege entstehen, liegen über den Leistungen der Beihilfe und der Pflegepflichtversicherung. Die Unterbringung in einem Pflegeheim betragen je nach Bundesland rund 3.500 bis 4.000 Euro im Monat. Eine Summe, die nicht durch die sozialen Pflegeleistungen gedeckt ist. Um nicht das gesamte Ersparte aufbrauchen zu müssen oder Angehörige finanziell zu belasten, ist der Abschluss einer ergänzenden Pflegezusatzversicherung ratsam.

Die Pflegezusatzversicherung für Beamte

Für Beamte gibt es verschiedene Pflegezusatzversicherungen. Welche davon infrage kommt, hängt von dem gewünschten Versicherungsumfang ab:

  • Pflegetagegeldversicherung: Im Pflegefall leistet der Versicherer einen vertraglich vereinbarten Tagessatz, abhängig vom Pflegegrad
  • Pflegerentenversicherung: Bezahlt wird eine monatlich feste Summe, je nach Höhe der Pflegebedürftigkeit
  • Pflegekostenversicherung: Der Versicherer erstattet die nachgewiesenen Pflegekosten. Welche bezahlt werden, ist in den Tarifbedingungen vermerkt. Das Geld kann nicht anderweitig, etwa zur Entschädigung für Angehörige, eingesetzt werden.

Die Pflegeversicherung für Beamte: Jetzt beraten lassen

Pflegebedürftigkeit ist ein wichtiges Thema. Doch befassen sich viele Menschen erst damit, wenn es bereits zu spät ist. Möchten Sie für den Ernstfall vorsorgen und sicherstellen, dass weder ihr Vermögen eingesetzt noch ihre Angehörigen finanziell belastet werden müssen, sollten Sie die Versorgungslücke der sozialen Pflegeabsicherung mit einer zusätzlichen privaten Pflegeversicherung schließen.

Als unabhängiger Versicherungsmakler unterstütze ich Sie dabei. Wir ermitteln die Höhe Ihrer Versorgungslücke und finden gemeinsam heraus, welche Pflegezusatzversicherung für Ihren individuellen Bedarf geeignet ist. Vereinbaren Sie dazu hier einen Termin mit mir und lassen Sie sich beraten.

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Alexander Kuhlen Versicherungsmakler Köln - Portait Alexander
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