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Die Nachteile der PKV für Beamte

Eine private Krankenversicherung bietet Beihilfeempfängern viele Vorteile. Denn ihr Dienstherr übernimmt einen Teil der Krankheitskosten, wodurch sie sich besonders günstig versichern können. Doch ist eine PKV für Beamte auch mit Nachteilen verbunden. Und diese betreffen nicht nur Personen mit Vorerkrankungen, bei denen die Tarifauswahl deutlich eingeschränkt wird. Sondern auch Familien. In einigen Fällen können die Nachteile einer privaten Krankenversicherung sogar überwiegen, sodass die GKV für Beamte sinnvoller ist.

Nachteile der PKV für Beamte: Problematisch mit Vorerkrankungen

Eine private Krankenversicherung mit Vorerkrankungen abzuschließen, stellt Antragsteller vor Schwierigkeiten. Immer wieder kommt es zu Ablehnungen, teuren Risikozuschlägen und Leistungsausschlüssen. Doch für Beamte wurde diese Hürde herabgesetzt. Denn die privaten Krankenversicherer bieten die sogenannte Öffnungsklausel. Das bedeutet, Beihilfeempfänger können sich nach ihrer erstmaligen Verbeamtung innerhalb von sechs Monaten privat versichern. Dabei darf der Versicherer sie nicht aufgrund von Vorerkrankungen ablehnen. Er kann lediglich einen Risikozuschlag von maximal 30 Prozent verlangen.

Doch birgt die Öffnungsklausel erhebliche Nachteile, was die PKV für Beamte mit Vorerkrankungen ungünstig machen kann. So wird der Tarif aufgrund des Risikozuschlags unter Umständen erheblich teurer. Außerdem werden die Antragsteller nur im Rahmen der Beihilfeverordnung versichert. Die private Krankenversicherung deckt nur die Leistungen ab, die auch der Dienstherr übernimmt. Eine Erweiterung, beispielsweise um Wahlleistungen im Krankenhaus, ist nicht möglich.

Teuer für Familien

Grundsätzlich ist die private Krankenversicherung für Beamte günstiger als für Arbeitnehmer und Selbstständige. Häufig sogar preiswerter als die Absicherung in der GKV. Allerdings nur für Alleinstehende. Denn die gesetzliche Krankenversicherung bietet für kindergeldberechtigte Kinder und nicht-erwerbstätige Ehe- und Lebenspartner die beitragsfreie Familienversicherung. Darüber lassen sich Familienmitglieder kostenlos mitversichern.

In der PKV hingegen muss für jede mitversicherte Person ein eigener Vertrag abgeschlossen werden. Und für diesen wird dann je ein Beitrag fällig. Daher birgt die PKV für Beamte mit Familie den Nachteil, dass die Absicherung bei mehreren Kindern sehr teuer werden kann.

Regelmäßige Beitragsanpassungen

Die Beiträge der privaten Krankenversicherung steigen konstant an. So führen die Versicherer beinahe jährlich Erhöhungen durch – sehr zum Leidwesen der Versicherten. Denn nach rund 20 bis 25 Jahren verdoppelt sich ihre Prämie auf diese Weise.

Allerdings ist zu berücksichtigen, dass auch die Kosten der GKV steigen. Daher ist über Jahrzehnte betrachtet die Beitragsentwicklung innerhalb beider Systeme ähnlich. In den letzten zehn Jahren lag die gesetzliche Krankenversicherung mit 3,8 Prozent sogar über der PKV (2,3 Prozent).

Anbieterwechsel birgt Nachteile

Eine PKV ist eine Entscheidung für das Leben. Nicht nur, weil die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist. Sondern auch, weil sich ein Wechsel des Anbieters nur in Ausnahmefällen empfiehlt. Während ein Krankenkassenwechsel abgesehen vom Bonusprogramm keine Nachteile birgt, ist dies bei der PKV anders. Denn wechseln die Kunden ihren Versicherer, verlieren sie einen Großteil ihrer Altersrückstellungen. Und diese werden dazu genutzt, den Beitrag im Alter zu stabilisieren. So kann es passieren, dass ihre Prämie mit der Zeit erheblich ansteigt, da sie in jungen Jahren nur wenige Rückstellungen gebildet haben.

Beitrag ist nicht einkommensabhängig

Ein Vorteil der GKV ist, dass die Prämie anhand des Einkommens bemessen wird. Steigt die Besoldung, zahlen die Versicherten mehr für ihre Krankenabsicherung. Wird ihr Einkommen hingegen reduziert, sinkt auch ihr Krankenkassenbeitrag.

Bei der PKV jedoch wird die Prämie anhand personen- und versicherungsspezifischer Faktoren kalkuliert. Dabei spielt es keine Rolle, wie viel die Versicherten verdienen. Reduzieren sie ihre Dienstzeit und haben eine geringere Besoldung, müssen sie nach wie vor denselben Beitrag erbringen.

Fazit: Die PKV birgt Nachteile für Beamte – aber nicht für jeden

Die PKV birgt auch für Beamte Nachteile. Insbesondere für Personen mit Vorerkrankungen und große Familien, die mit teuren Beiträgen rechnen müssen. Doch obwohl die Schwächen der privaten Krankenversicherung nicht außer Acht gelassen werden dürfen, zeigt die Praxis, dass die PKV dennoch für viele Beamte die beste Wahl ist. Denn in den meisten Fällen überwiegen die Vorteile wie günstige Beiträge und ein umfangreicher Versicherungsschutz.

Grundsätzlich ist es wichtig, die Krankenversicherung individuell zu betrachten. Denn jeder Beamte hat einen eigenen, persönlichen Bedarf und spezifische Ansprüche an den Versicherungsschutz. Gerne unterstütze ich Sie dabei und prüfe für Sie, ob eine PKV in Ihrem Fall sinnvoll ist und wie Sie sich am besten absichern. Vereinbaren Sie dafür hier einen Termin mit mir.

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Alexander Kuhlen - Versicherungsmakler Versicherungsmakler Köln, Private Krankenversicherung, Berufsunfähigkeit Anonym hat 4,85 von 5 Sternen 216 Bewertungen auf ProvenExpert.com